Konzertprogamm und CD: Ich sing für Dich – Über Raben- und Lebenszeiten

Eine musikalische Raben-Reise
durch das Jahr und durch das Leben

Wir fliegen mit einem Raben durch die Welt, das Jahr
und durch das Leben.
Es gibt weite Flüge durch die Zeiten und Landungen an Orten,
wo es wunderschön ist – und wo es zur Sache geht:
Orte der Freiheit, der Ausdauer, der Klugheit,
des Todes und der Liebe.
Raben- und Lebens-Geschichten voller Liebe und Sehnsucht.

Ich sing für Dich - Über Raben- und Lebenszeiten

 

Fritz Baltruweit
mit der Studiogruppe
und Konstanze Kuß (Harfe)
Ich sing für Dich – Über Raben- und Lebenszeiten
ISBN 978-3-926512-89-5
CD – € 15.30

 

Die Titel/Denktexte der CD:

…was die Ausrichtung der CD „auslöste“:

Alles fing so an:
Wir haben ein Bild im Wohnzimmer
von einem Künstler,
der liebt die Raben.
Schauen Sie mal,
wie der eine singt.
Wie der andere zuhört.
So zutraulich – liebevoll (gemalt),
zuhörend,
sprechend,
singend.

Der eine hört
und sieht, von was der andere singt…

Harfenmusik: Fhear a´Bhata
(The Boatman)
Schottische Volksweise
Arr. Kim Robertson

Rabenlied

Text und Musik: Fritz Baltruweit

Es war einmal ein Rabe,
der flog weit durch die Welt.
Sein Leben war das Fliegen,
sein Raum das Himmelszelt.
Was er erlebte, das sang er
schön krächzend vor sich hin.
Und es gab viele Lieder
in seinem Rabensinn.

Dann traf er einen Kumpel,
der sagte traurig: „Du,
mein Flügel ist gebrochen.
Doch hör ich dir gerne zu.“
Er sah die weiten Welten,
von denen sein Kumpel sang.
Es war, als ob er mitflog
in seinem Liederklang.

Die beiden wurden Freunde –
der eine hörte und der andre sang.
Auch wenn er etwas krächzte,
die Zeit wurde nie lang.
Sang sein Freund von fernen Landen
und auch von ihm,
dann wurde es weit drinnen
ganz warm – die Sonne schien…

In der Weite des Himmel

Text und Musik: Fritz Baltruweit

In der Weite des Himmels
schwingt deine Güte –
und im Schatten deiner Flügel
baust du uns die Welt.
So weit die Wolken gehn,
fliegt deine Liebe –
und unter deinen Flügeln
sind wir zuhaus,

bist du uns Quelle,
bist du uns Tiefe,
bist du uns Grund,
der ewig trägt.
Auf deinem Boden
riecht es nach Freiheit.
In deiner Luft atmen wir auf.

In der Weite des Himmels
schwingt deine Güte –
und im Schatten deiner Flügel
baust du uns die Welt.
So weit die Wolken gehn,
fliegt deine Liebe –
und unter deinen Flügeln
sind wir zuhaus,
bist du uns Nahrung,
schenkst du uns voll ein,
lässt du uns wonnig
ins Weite sehn.

Dein Horizont
stillt alle Sehnsucht.
In deinem Licht blühen wir auf.

In der Weite des Himmels
schwingt deine Güte –
und im Schatten deiner Flügel,
da ist das Paradies.
So weit die Wolken gehn,
fliegt deine Liebe.
Unter deinen Flügeln
sind wir zuhaus.

Das Wasser ist weit

Text: Fritz Baltruweit nach einem englischen Volkslied und der plattdeutsche Übersetzung von Jan Cornelius/Gerd Brandt
Musik: Englische Volksweise

Das Wasser ist weit.
Wie komm ich rüber?
Bin doch kein Rabe,
der einfach fliegt.
Ich brauch ein Segelboot,
das zwei tragen kann –
für meine Liebe
und auch für mich.

Da ist das Schiff.
Das kann uns tragen
weit übers Meer.
Es ist so tief
wie unsre Liebe,
so fahrn wir durch die See
hart an den Wellen,
mitten im Wind.

Das Wasser ist weit.
Doch wir kommen rüber.
Seh schon ein Licht,
das weist uns den Weg.
Und wie auf Flügeln
segeln wir dahin,
sind bald im Hafen.
Land ist in Sicht.

Harfenmusik: Menuett

Bernard Andrés

Winterlied

Text und Melodie „Der saure Winter ist so kalt“ in Pater Johannes Werlins Liederhandschrift, Kloster Seeon am Chiemsee 1646, 3. Strophe J. Theissing

Ach bittrer Winter, wie bist du kalt!
Du hast entlaubet den grünen Wald.
Du hast verblüht die Blümlein auf der Heiden.

Die bunten Blümlein sind worden fahl.
Entflogen ist uns Frau Nachtigall.
Sie ist entflogen, wird sie wieder singen?

Du hältst gefangen des Lichtes Schein
und lässt die Tage dunkel uns sein.
Lass doch die goldne Sonne wieder leuchten!

In dunklen Zeiten
gibt es Kämpfe
in Finsternis und Kälte,
wenn es uns nicht gut geht;
wenn mehr Dunkel da ist
als Licht.

Aber in solchen Zeiten
kann sich
tief im Innern
etwas Neues entwickeln.

Und dann bricht es irgendwann auf
wie eine Knospe,
blüht auf
und setzt sich durch
in unserm Leben.

In meines Herzens Raum

Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Melodie: Volksweise

Es schlief ein Keim unscheinbar klein
in meines Herzens Raum,
und ward an deines Lichtes Schein
ein großer breiter Baum.

In dieses Baumes Laubgezelt
hat Freud‘ ihr Nest gemacht,
und singt von einer neuen Welt
ihr Lied bei Tag und Nacht.

Und wer das Lied verstehen will,
ruh‘ unter diesem Baum,
und träume mit mir sanft und still
der Liebe holden Traum.

Harfenmusik: Rigaudon

Bernard Andrés

Frühlingwünsche

Text: Eva Rechlin, Musik: Fritz Baltruweit

Die alten Blätter sind verweht,
die Bäume kriegen junge.
Die Amsel pfeift im Haselbusch
und schnetzt mit ihrer Zunge.

Der letzte Schnee tropft von dem Dach
in unsre Regentonne.
Die Katze auf der Fensterbank
genießt die Morgensonne.

Die braunen Gräser recken sich
und kriegen grüne Spitzen.
Und mittags kann der Großpapa
schon mal im Garten sitzen.

Wie frisch gewaschen ist die Luft.
Statt Schnee fällt wieder Regen.
Wenn´s morgen doch schon Sommer wär.
Wir hätten nichts dagegen.

Wie schön, wenn es Frühling wird.
Wenn ein erstes Schneeglöckchen
aus dem Schnee lugt,
wenn die Zweige zu knospen beginnen,
wenn Krokusse und Veilchen aufblühn
und mit ihrem Duft die Welt verändern.

Wenn es uns nach draußen zieht,
weil die Sonne schon wieder
ein erstes Mal auf der Haut brennt.

Dann ist die Schöpfung ganz nah
und die Liebe auch.

Vom Denken und Danken

Text: Arnim Juhre
Musik: Fritz Baltruweit

Ich hab die Faser nicht gesponnen,
die Stoffe nicht gewebt,
die ich am Leibe trage.
Ich habe nicht die Schuhe,
die Schritte nur gemacht.

Ich habe nicht gelernt zu schlachten,
zu pflügen und zu säen
und bin doch nicht verhungert.
Ich kann nicht Trauben keltern
und trinke doch den Wein.

Ich hab die Städte nicht entworfen,
die Häuser nicht gebaut –
und habe doch zu wohnen.
Ich kann nicht Ziegel brennen
und doch schützt mich ein Dach.

Wer mich ansieht, sieht viele andere nicht,
die mich ernährt, gelehrt, gekleidet haben,
die mich geliebt, gepflegt, gefördert haben.
Mit jedem Schritt gehn viele Schritte mit.
Mit jedem Dank gehn viel Gedanken mit.

In der Weite des Himmels geborgen

Text: Hans-Jürgen Netz, Musik: Fritz Baltruweit

Deine Stimme nie mehr hören,
dein Lachen nie mehr sehn,
nie mehr mit dir streiten,
mit dir spazierengehn…
Wie soll ich das begreifen?
Wie soll ich das verstehn?
Du wirst für immer gehn…

In der Weite des Himmels geborgen,
in der Nähe Gottes zuhaus –
in meinem Herzen bleibt ein Teil von dir
tagein, tagaus.

Deine Nähe nie mehr spüren,
dein Schmunzeln nie mehr sehn,
nie mehr mit dir feiern,
mit dir im Garten stehn…
Wie soll ich das begreifen?
Wie soll ich das verstehn?
Du wirst für immer gehn…

In der Weite des Himmels geborgen,
in der Nähe Gottes zuhaus –
in meinem Herzen bleibt ein Teil von dir
tagein, tagaus.

Deine Hände nie mehr halten,
dich fragen geht nicht mehr,
nie mehr mit dir essen,
dein Platz, der bleibt nun leer…
Wie soll ich das begreifen?
Wie soll ich das verstehn?
Du wirst für immer gehn…

In der Weite des Himmels geborgen,
in der Nähe Gottes zuhaus –
in meinem Herzen bleibt ein Teil von dir
tagein, tagaus.

Harfenmusik: tragic

Konstanze Kuß

Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte,
und ließ einen Raben ausfliegen;
der flog immer hin und her,
bis die Wasser vertrockneten auf Erden.
(1.Mose 8, 6)

Ich möchte Rabe sein…

Du alter Rabe du,
hey, Rabe, hör mir zu.
Ich möchte fliegen können wie du
und weite Welten sehn.
Du alte Rabe du,
hey, Rabe, hör mir zu.
Ich möchte weit, weit fliegen wie du
Und die Welt von oben sehn.

Ich möchte Rabe sein,
möchte fliegen,
bis die Welt neu wird:
in Wüsten Gärten,
möchte fliegen
über alles Alte dahin
bis zum Horizont,
zum neuen Anfang.
Da möchte ich schwarz
zwischen Wolken schweben,
ein Vorbote einer neuen Zeit,
wo Frieden ist,
den ich im Fliegen
schon schmecke und sehe.

Text und Musik: Fritz Baltruweit
(Text im 2. Teil inspiriert von Hans Joachim Schliep)
Zu Beginn: ein „Raben-Duo“ von Sebastian Brand (Bass) und Valentin Brand (Piano)

Ich sing für dich

Text und Musik: Fritz Baltruweit

Ich sing für dich im Frühling,
wenn das Schneeglöckchen
aus der Erde lugt
und auf einmal alles aufblüht
und die Luft dich nach draußen zieht.
Wenn die Liebe ganz neu aufbricht
– ja, und alles ist jung und grün – ,
wenn du vor Glück
durch das Leben schwebst,
und du liebst die ganze Welt,
dann sing ich für dich,
ich sing für dich.

Ich sing für dich im Sommer,
wenn du barfuß
durch die Sonne gehst,
wenn Blumenmeere blühn
und du im Gras liegst und träumst.
Wenn die Weite dich umfängt
und du mit den Vögeln ziehst,
wenn das Himmelszelt
dein Dach ist
und du neue Welten siehst,
dann sing ich für dich,
ich sing für dich.

Ich sing für dich im Herbst,
wenn reiche Ernte naht,
und wenn verklärtes Sonnenlicht
die Zeit noch einmal golden malt.
Wenn es dann kalt wird,
immer dunkler
und der Regen an die Scheiben knallt
und der Rabe an dein Fenster klopft
und es Zeit wird
für dich zu gehen,
dann sing ich für dich,
ich sing für dich.

Ich sing für dich im Winter,
wenn alles ruht und schläft,
…und unter dichtem Schnee
liegt deine Welt versunken,
ganz still.
Wenn du eingehüllt in Decken
in das Licht der Kerzen schaust,
wenn in der Tiefe
Träume wachsen
für ein neues Jahr,
dann sing ich für dich,
ich sing für dich.

Harfenmusik: Are you sleeping?

Kim Robertson

Kim Robertson

Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Melodie: Volksweise

Die Sonne hat in voller Pracht
vollendet ihren Lauf,
und drüben ging, eh´ wir´s gedacht,
der liebe Mond schon auf.

Wie schreitet er am Himmel hin
so freundlich seine Bahn!
Er hat ja Gutes nur im Sinn,
hat niemand Leids getan.

Es ist, als ob er früge zu:
Was habt ihr heut gemacht?
Er lächelt jedem freundlich zu,
wünscht jedem gute Nacht.

Drum eine gute Nacht auch dir.
Leb wohl. Auf Wiedersehn.
Leb wohl. … ´s ist so zumute mir,
als müsst´ ich mit dir gehn.

MUSIK:

Fritz Baltruweit (Gesang, Gitarren)
Sebastian Brand (Bass-Instrumente)
Valentin Brand (Piano)
Sebastian Frank (Schlagzeug, Percussion, Keyboard, Cello, Gitarre)
Konstanze Kuß (Harfe, Tin-Whistles, Blockflöten)
Sonja Telgheder (Gesang)

AUFNAHME:

Nightfly recording-Studio Hannover
Sebastian Frank
Arrangements/Vorproduktion:
Sebastian Frank, Fritz Baltruweit

GRAFIK:

Bookletgestaltung: Andreas Klein,
www.stilfrei-grafikatelier.de
Rabenbild „Liederbuch“:
Bodo W.Klös
http://www.edition-noir.de/kloes-raven.html

KONZEPTION / TEXTE:

Fritz Baltruweit